Allgemein
Music is my life: Das Konzert
11. November 2013
0

16:00
Ein kurzer Blick durch die Tür des Kirchenschiffs hinaus in den Eingangsbereich genügt, um zu erahnen, dass es heute voll, sehr voll werden könnte. Bereits eine Stunde vor Beginn des Konzerts ist der Vorraum so gut gefüllt, dass die Chöre das Einsingen abbrechen und sich für finale Absprachen in die Nebenräume zurückziehen. Die letzten Töne verhallen, ein kurzes Stimmen der Gitarre erklingt in der Stille des Raumes, es sollen vorerst die letzten stillen Momente sein – dann öffnen sich die Türen. Sofort sind die besten Plätze besetzt. In einer Stunde werden mehr als 750 Zuhörer im Hauptraum und auf den Emporen den ersten Klängen des bereits neunten Konzerts des Jugendchores lauschen.

Nachdem JUCOBS die Probenarbeit am Ende der Sommerferien aufgenommen hatte, war eines schnell klar: Die Vorfreude auf das Konzert 2013 ist bereits deutlich spürbar! In den folgenden Wochen wurde in Einzelstudium und Gesamtproben das neue Programm intensiv vorbereitet. Nach gelungener Generalprobe tags zuvor stieg die Anspannung unter den Protagonisten. Auch in diesem Jahr luden Kinder- und Jugendchor des Bezirks Berlin-Süd ein, um in einem abwechlungsreichen Programm sowohl ruhige als auch schwungvolle Melodien in diversen Sprachen und Rhythmen erklingen zu lassen.

16:55
Der Jugendchor hat sich bereits auf seinen Sitzen in den ersten Reihen eingefunden,auch  die Kinder nehmen ihre Plätze ein. Letzte Gespräche der Zuhörer ebben langsam ab. Auf Zeichen erheben sich beide Chöre, drehen sich zum Publikum und es wird still. Vom Klavier sind die ersten Töne zu hören – schwungvoll, tänzelnd, einladend! “Music is my life” singen beide Chöre im Kanon: Das Motto des heutigen Konzerts.

Letzte Zuhörer suchen noch freie Plätze während der Überraschungsgast, Apostel Katens, die Zuhörer begrüßt und einleitende Worte an das Auditorium richtet. Die Einleitung abschließend spricht er ein kurzes Gebet, bittet Gott für gutes Gelingen und wünscht den Ausführenden viel Erfolg und den Zuhörern viel Freude.

Das Programm beginnt mit ruhigen Klängen, mit denen der Kinderchor Gott um Hilfe, Heil und Segen bittet sowie Dank für die alltäglichen Dinge äußert. Somit werden die Anwesenden durch die Kinder an das oftmals so Selbstverständliche erinnert, welches nicht immer selbstverständlich ist.

Kurz darauf kommt die Jugend mit “I’m gonna sing” schwungvoll und lautstark zu Wort. Bereits nach wenigen Augenblicken ist klar, dass hier niemand mit dem Applaus bis zum Ende des Konzerts warten wird. In einem ausgewogenen Verhältnis und einem Spannungsaufbau mit gelegentlichen, kurzen Pausen geht das Konzert seiner Mitte entgegen. Zeit für Bewegung! Nach etwa der ersten gesungenen Hälfte dürfen alle aufstehen. Johannes, einer der Jugendchor-Dirigenten erklärt den Zuhörern kurz, was sie zu singen haben und weist darauf hin, dass die Jugend “etwas anderes singen wird – wie Jugend halt so ist”.

Den zweiten Teil des Konzerts beginnt der Kinderchor mit einer gesungenen Anleitung zum Beten und erklärt, warum es überhaupt wichtig ist sich an Gott zu wenden. Begleitet von Orgel und Klavier singen Solo sowie zwei Teilchöre zunächst abwechselnd, final gemeinsam und verursachen bei einigen Zuhörern erste Taschentuch-Suchaktionen, um sich die Emotionen aus dem Gesicht zu streichen. Doch keine Zeit für Sentimentalitäten –  vierstimmig singen die Kinder nun in afrikanischer Sprache und werden rhythmisch vom Cajon unterstützt – spätestens jetzt bleibt niemand mehr ruhig sitzen.

“Jesus, my saviour” klingt es den Zuhörern anschließend vom Jugendchor entgegen. Im Refrain gibt es für die jungen Stimmen kein Halten, keine Konvention mehr, und in einem überzeugten, kraftvollen fortissimo wird das Publikum musikalisch gegen die Kirchenbank gedrückt. Ausdruck purer Überzeugung, dass Jesus der Erretter und Erlöser ist, steht den Sängerinnen und Sängern ins Gesicht und auf die Stimmbänder geschrieben. Freudige und schwungvolle Klänge runden das Konzert von beiden Chören ab, bevor sich kurz vor Schluss des Abends ein Quintett des Jugendchores bereit macht, und alle Anwesende gesanglich zum Beten einlädt: “Oh Sisters, brothers, fathers, mothers, let’s go down to the river to pray”. Hier knüpft die Jugend an die Einladung der Kinder vom Beginn an.

Nach kurzen Worten und einem abschließenden Gebet des Apostels steigt das Finale. Rund 100 Kinder und Jugendliche stehen auf den Stufen des Altars und beginnen beim Hören der erste Klavier-Takte zu grinsen. Gewaltig und voller Energie werden letzte Stimmband-Reserven abgerufen, um “In dir ist mein Leben” zu singen. Nach stehenden Ovationen sowie minutenlangem Applaus verabschieden sich die Chöre mit einer gemeinsamen Zugabe und schicken das Publikum mit einer ordentlichen Portion Swing in die Nacht.