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Lobe den Herren
12. November 2012
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Es ist geschafft!
Nach 4 langen Probentagen, 3 kurzen Proben und einer Menge Heimarbeit innerhalb der letzten 8 Wochen galt es am Samstag  endlich mit dem Konzert zu beginnen. Wie bereits in großen Lettern auf einem Plakat über dem Eingangsbereich der Neuapostolischen Kirche Berlin-Treptow zu lesen war, sollten die nächsten gut 90 Minuten “alles andere als gewöhnlich” werden.
Mit einer bis dato nie dagewesenen Vielfalt erfreuten die beiden Chöre wie in jedem Jahr die Besucher, die sich bei unangenehmem Regenwetter auf den Weg  machten und den Weg zum Konzert fanden.

Doch der Reihe nach…
Im Anschluss an eine wie üblich nicht ganz gelungene Generalprobe am Freitag Abend, trafen sich die ersten Protagonisten am Samstag, dem 10.11.2012 gegen 14 Uhr in der Kirche um ihre Stimmen und Instrumente in Schwingung zu bringen und um letzte Absprachen mit den Dirigenten Daniel Krzok und Johannes Gaul, sowie dem Pianisten Valerio Schumacher zu treffen. Nach und nach füllte sich der Saal mit Sängern. Gegen 15 Uhr konnte mit dem Einsingen im gemeinsamen Rahmen begonnen werden. Nach letzten Absprachen wurden die Tore für die Zuhörer um 16:15 Uhr geöffnet. Und schnell wurde klar – die besten Plätze sind sehr schnell weg. Bereits nach wenigen Minuten war im Hauptsaal kaum noch ein Sitzplatz zu ergattern und es musste auf die Emporen ausgewichen werden.

Pünktlich um 17 Uhr postierten sich der Kinder- sowie der Jugendchor im hinteren Teil des Kirchenschiffs und warteten auf den ersten Akkord des diesjährigen Konzerts, welches unter dem Motto “Lobe den Herrn” stand. Nach mittlerweile bewährter Tradition überraschten die Chöre alle anwesenden mit dem ersten Song, welcher nicht im Programmheft verzeichnet war. Nach wenigen Solo-Takten der Orgel stimmten die rund 90 Sängerinnen und Sänger in das Lied “Kommt, sagt es allen weiter” ein und gingen auf ihre Plätze, um, dort angekommen, jedem Zuhörer die Nachricht “Gott selber lädt uns ein” entgegen zu singen. Nach kurzen einleitenden Worten des Bezirksevangelisten Jörg Schumacher und einem kurzen Gebet konnte das Konzert dann endlich starten.

Lukas Gaul stimmte das Publikum auf das Konzert ein, indem er zunächst einmal die Chöre mit den Worten “Das sind alle, die eben mit etwas Verspätung und sehr lautstark in die Kirche kamen und dennoch auf den besten Plätzen sitzen dürfen” vorstellte. Mit seiner kurzen, humorvollen Ansprache nahm er den Protagonisten die Aufregung und die Zuhörer wurden in das ihnen Bevorstehende eingeleitet.

Sogleich setzten sich 7 Kinder auf die vorn aufgereihten Stühlen und nahmen Violinen, Cello, Posaune, Flöten und Klavier zur Hand um die ersten Songs musikalisch zu begleiten. Gemeinsam mit den übrigen ca. 30 Kindern starteten sie Programm mit den Titeln “Hast du heute schon Danke gesagt” und “kleines Senfkorn Hoffnung”, nachdem das Publikum von einem der Kinder zum Raten aufgefordert wurde, was an diesem Konzert wohl anders sein wird. Die Auflösung sollte wenig später folgen. Begleitet vom Applaus der Zuhörer traten die Kinder ab und die Jugend bezog Stellung. Mit “Here I am, Lord” und “Licht der Welt” starteten sie ins Konzert, um im Anschluss daran dem Kinderorchester, welches in diesem Jahr einen eigenen Part bekam, für die beiden Titel “Alles was uns glücklich macht” und “Der Heiland hat die Kinder lieb” Platz zu machen.

Nun wurde es still in der gut gefüllten Kirche.
Während der Pianist am Klavier Platz nahm, stellten sich vorn 3 junge Frauen aus dem Jugendchor auf. Nach einigen Akkorden vom Klavier begann Janine Labitzke die ersten Zeilen des Liedes “Hallelujah” von Leonard Cohen zu singen. Kurz darauf stimmten Jasmin Heinecke und Beatrice Hepper mit ein und bildeten eine Symbiose aus stimmlicher Harmonie. Nachdem jede der drei Ladies einen Vers allein begann gipfelte das Stück in sich wiederholende, dreistimmige Hallelujas, welche sich musikalisch in immer höhere Sphären schwangen.
Direkt im Anschluss an das Lied kam der Rest des Jugendchores dazu und stellte sich wieder als gemeinsamer Chor auf. Nur einer blieb 3 Meter vor dem Chor, das Gesicht zum Publikum gewandt, stehen. Vom Piano erklang ein kurzes Vorspiel, dann setzte Silvio Kallweit in die gefüllte Kirche hinein zu einem Solo an, welches im Refrain bei den Worten “Herr sei gnädig, sei mir gnädig” nur sehr wenige Augen trocken ließ. Nach und nach setzten jeweils im Refrain mehr und mehr Sängerinnen und Sänger ein, bis der letzte Chorus schließlich vom gesamten Chor gesungen wurde.

Zum Ende der ersten Hälfte des Konzerts war es nun Zeit sich ein wenig zu bewegen, denn ein gemeinsames Lied stand auf dem Programm. Daniel Krzok ermutigte jeden Zuhörer doch mit vollem Einsatz mitzusingen. Und sollte sich der eigene Ton mit dem des Nachbarn mal nicht ganz decken, so gab er für diesen Fall einen guten Rat: “Den Nachbarn einfach vorwurfsvoll angucken und begeistert weiter singen”. Die Ironie wurde verstanden und so erhoben sich die über 600 Zuhörer auf Zeichen des Dirigenten und setzten zu singen ein.

Auch in der zweiten Hälfte wechselten sich Kinder und Jugend im Zwei-Titel-Rhythmus ab, bevor Valerio Schumacher mit “Baba Yetu” ein anspruchsvolles Klavierstück präsentierte. Unmittelbar vor dem Schlusslied des Konzerts bedankten sich die Chöre mit kurzen Worten beim Schirmherrn und Initiator des Projektes, Dieter Wendt, mit einem Blumenstrauß und wünschten ihm anlässlich seiner vor kurzem gut überstandenen Operation gute Besserung.

Schlusspunkt des Konzerts war wie üblich ein gemeinsamer Titel der beiden Chöre. Diesmal jedoch begann ein Männerchorquartett aus den Reihen des Jugendchores, bevor alle 90 Sängerinnen und Sänger den altbekannten Choral “Lobe den Herren” anstimmten. Nach dem ersten Vers sowie leichter Verwirrung im Publikum, warum solch ein ruhiges und dann auch noch sehr langsam vorgetragenes Lied den Abschluss bilden soll, zauberte das Klavier in poppigem Gospelsound das Lächeln zurück in die Gesichter aller Anwesenden. Begleitet von rhythmischem Klatschen ließen alle den “Lobgesang hören” und verabschiedeten sich mit der dreifach gesungenen Textzeile “Lob ihn in Ewigkeit – Amen!”.

Im Anschluss an minutenlange, stehende Ovationen gaben beide Chöre noch eine gemeinsame Zugabe. Das in Zulu vorgetragene Lied “Akheko Ofana no Jesu” verschaffte jedem im Saal noch einen Ohrwurm und schickte jeden Zuhörer mit guter Laune nach Hause. So verließen die Protagonisten unter dem Applaus des Publikums singend die Kirche.

Als die offizielle Besucherzahl feststand gab es eine Menge Gelächter, denn tatsächlich waren 666 Zuhörer anwesend. Diese in einer Kirche recht unglücklich platzierte Zahl nutzte jedoch sofort einer der Sänger und merkte ironisch an: “Siehst du, selbst DEM hat es gefallen – alles richtig gemacht”.